Akropolis
Die Akropolis von Athen

Die Akropolis und das Zeitalter des Perikles
Wer die Propylaeen der Akropolis von Athen passiert, betritt den heiligen Bezirk des perikleischen Zeitalters.
"Perikles konnte seine Kraefte der Architektur widmen. Er bewirkte, dass die attische Kultur einen Hoehepunkt erreichte, dass wir von ihren Entwuerfen, Formen, Gedanken leben, dass wir ohne sie nicht wir selbst waeren."
Mit Recht gilt der Zeitraum der drei Jahrzehnte, waehrend derer Perikles im 5. Jahrhundert v. Chr. die Politik Athens leitete, nicht nur als Hoehepunkt der attischen und griechischen Geschichte, sondern als ein ueberragender Gipfel im Schicksal der gesamten Menschheit.
Im Jahr 462 v. Chr. trat Perikles als Mitglied eines der vornehmsten Adelsgeschlechter Athens in die Macht ein. 429, zu Beginn des verheerenden Peloponnesischen Krieges gegen das uebermaechtige Sparta, wurde Perikles von einer Seuche dahingerafft. Der furchtbare Peloponnesische Krieg endet mit dem Untergang Athens.
Perikles wurde immer wieder von den Athenern zum Feldherrn, zum "Strategen" gewaehlt. Zwar lagen die blutigen und endlich siegreichen Schlachten gegen die Perser , gegen die unendliche Ueberlegenheit der Weite, der Massen und Mittel des Orients lange zurueck und der Kampf zwischen den beiden hellenischen Vormaechten Athen und Sparta war noch nicht ausgebrochen,
Die "goldene Aera" des Perikles setzte die Siege und den Heldenmut der Lanzenwerfer von Marathon und der Matrosen von Salamis voraus, sie war die Frucht, die in solcher Hingabe, in solchen fuer das Vaterland erlittenen Schmerzen und in solchen Toden heranreifte - aber sie war dennoch keine Epoche des Friedens. Hinter dem Triumph der Vaeter lastete auf Perikles der Druck der anstehenden Auseinandersetzung mit dem "Vorsteher Griechenlands", dem unbesiegbaren und fuerchterlichen Sparta.
Immer wieder gab es in der fast "koeniglichen" Herrschaft des Perikles kleinere lokale bewaffnete Expeditionen, Ueberfaelle und Strafaktionen, aber es bestand keine existenzielle Lebensgefahr fuer Athen wie in der vorangegangenen Epoche. Perikles konnte sich nach innen wenden und seine Kraefte der Architektur widmen, welche uns noch heute selbst in den Ueberresten der Akropolis begeistert.
Der griechische Trieb, plastische Figuren zu meisseln und sie gegeneinander zu setzen wird nicht nur in den Saeulen und Tempeln der beiden Staemme sichtbar: die die Aegaeis bewohnenden und sich gegen den Orient oeffnenden Ionier, zu denen auch die Athener zaehlten - und der hart auf sich selbst, auf ihre Goetter und Kultur konzentrierten Dorier. Auch in der Verfassung der beiden staerksten Stadtstaaten findet sich dieser Gegensatz.
Sparta war eine Oligarchie, in der wegen der Paederastie die jaehrlich schwindende Zahl der Vollbuerger die Felder der fruchtbaren Ebenen von den Geknechteten, den Heloten, bestellen liessen. Zu deren Niederhaltung musste sich die Stadt wie ein Heerlager konstituieren. Athen hingegen war eine Demokratie, in welcher die Unterschiede des Einkommens und der Herkunft nahezu eingeebnet waren, in der es keinen Gegensatz von Regierenden und Regierten gab.
Athens Macht war von dem eminenten Genie des Themistokles geschaffen worden, als er in der Gefahr der persischen Invasion die Flotte schuf, von der unter Perikles staendig ein Geschwader von 60 Schiffen in der Aegaeis kreuzte. Waehrend sich der relativ statische spartanische Kosmos lediglich auf die bewaffnete Unterdrueckung der Heloten beschraenkte, nach aussen aber lange Zeit friedlich blieb, griff die Athener Demokratie mit grosser Haerte und Dynamik ueber ihre Grenzen hinaus so dass sich die Flotte als Instrument des Imperialismus erwies.
Die Griechen Kleinasiens, lange von den Persern ausgebeutet, hatten sich unter den Schutz der Seemacht Athen gestellt, aber schnell war aus dieser Bundesgenossenschaft wandelte sich schnell in eine absolute Herrschaft Athens mit dem delisch-attischen Seebund, fuer dessen Erhaltung sich alle Energie des Perikles nach aussen verzehrte. Zu Beginn leisteten die Bundesgenossen ihren Beitrag in Schiffen. Das aber wurde bald in Tributzahlungen umgewandelt, welche Perikles fuer seine kostspieligen Bauvorhaben in Athen dringend benoetigte.
Und wehe, der Stadt, die sich aus dem Bund herausstehlen wollte, die Tribute nicht mehr zahlen konnte oder wollte. Sie wurde erbarmungslos zerstoert, ihr Volk auisgerottet und der Boden Athener Siedlern geschenkt. Der Schatz, ehemals im Apollon-Heiligtum auf Delos verwahrt, wurde nach Athen uebergefuehrt. Attika war ein armes und karges Land. Durch das Gold, das die Entmachteten zahlen mussten erhielt Perikles seine Mitbuerger, durch seine grandiosen Bauvorhaben verschafffte er ihnen Arbeit und der Stadt Athen Ansehen und Groesse weit ueber Attika hinaus.
Die Kluft zwischen dem einigen und stolzen, aber keinesfalls aufgeklaerten sondern den alten Goetterkulten anhaengenden , Buergertum Athens und seinem dem aufgeklaerten Geist der Ionier verwandten "modernen" Regenten Perikles, der befreubndet war mit dem Philosophen Anaxagoras, dem Erwaeger des unendlich Kleinen und des unendlich Grossen, tritt auch plastisch auf der Akropolis zutage. In diesem Gesamt von heiligen Bezirken, Goettern, Tempeln und Statuen walten jeweils verschiedene Spannungen.
Im Parthenon, dem Haus der "Jungfrau", erhebt sich die dorische Saeulenordnung, also ein dem attischen Ursprung fremdes, ein peloponnesisches Prinzip. Die dorische verhaelt sich zur ionischen Saeule wie gedrungene Kraft zum lockeren Dastehen, wie Substanz zum sinnlichen Glanz. Der dorische Tempel ist ein Block, der Leib des Gottesd, eine Skulptur, der ionische ist ein gegliederter Raum.
Der Parthenon ist in seinem Ansatz dorisch, aber dann mischte sich der ionische Geist des Perikles ein und liess schlankere Saeulen entstehen, diese aber wurden so gestellt, dass sich die Dorik sichtbar machte: die Staemme dicht beisammen, die Achsen nach innen geneigt, der Uebergang zwischen dem Allerheiligsten, der Cella, und der Saeulenreihe besonders schmal. Eine Einschmelzung des ionischen in das dorische Wesen, eine schwere Masse, die aber trotzdem den Eindruck des Schwebens macht.
Die Akropolis in Athen stellt - wie sonst nur noch Olympia - das herrlichste Ganze der griechischen Kunst dar, und dabei ist die Plastik keine angehaengte Dekoration, sondern Ausdruck der Heiligkeit, die sich in den Bauten manifestiert und auch in ihrem Inneren herrscht.
Die Akropolis heute
Die Akropolis von Athen ist eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten in ganz Griechenland und wurde 1986 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklaert . Die Akropolis, die sich auf einem 156 Meter hohen Felsen über den Dächern der Hauptstadt Athen erhebt, ist sicher die Hauptattraktion der griechischen Metropole Athen .
Die Akropolis von Athen aber ist in jeder Hinsicht herausragend. Das meiste von dem, was heute zu besichtigen ist, wurde im fünften Jahrhundert vor Christus unter Perikles geschaffen, nachdem die ursprüngliche Akropolis zerstört worden war. Es entstanden zuerst die Prophyläen, die dem eigentlichen Tempelbezirk vorgelagerten Torbauten, mit einer dreiflügeligen Halle mit sechs Säulen. Von hier aus gelangte der Besucher in das Heiligtum mit dem Erechteion, einem im ionischen Stil erbauter Tempel, dem Nike-Tempel als kleinstes Bauwerk und dem Parthenon-Tempel.
Für die Architektur des von Perikles initiierten Bauwerkes zeichneten die Bildhauer Phidias, Iktinos, Kallikrates und Mnesikles verantwortlich.
www.akropolismuseum.de

www.acropolisofathens.gr www.theacropolismuseum.gr
text folgt---10. Juni 2010 .....



Oben: Lageplan der Akropolis aus dem 19. Jahrhundert
Unten: Die Propylaeen der Akropolis, Stich aus dem 19. Jahrhundert

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Akropolis Athen Griechenland
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