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Akropolismuseum

 

Das neue Akropolismuseum in Athen

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Planungen für den Neubau  des Akropolismuseums

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Die Entwicklungsgeschichte des Akropolismuseums

Der griechische Premierminister Konstantinos Karamanlis äußerte 1974 den Wunsch, ein neues Museum zu errichten. In den 1980er Jahren griff Kulturministerin Melina Mercouri den Vorschlag wieder auf und sicherte das 1,8 ha große Gelände der Makrigianni-Kaserne als Standort, auf dem auch ein früheres Militärkrankenhaus (entworfen von Wilhelm von Weiler) von 1839 steht. Sie verband den Bau des Akropolismuseums außerdem mit der Forderung nach Rückgabe der ab 1801 von Lord Elgin von der Akropolis entfernten Kunstschätze (Elgin Marbles), vor allem des Parthenonfrieses, die sich heute im British Museum in London befinden (siehe unten).

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In den 1980er und 90er Jahren wurden insgesamt vier Wettbewerbe zum neuen Akropolismuseum ausgeschrieben (vom Ideenwettbewerb bis zum Entwurf des Gebäudes), wobei der letzte notwendig wurde, weil Ungereimtheiten bei der Ausschreibung des dritten Wettbewerbs festgestellt worden waren und die italienischen Wettbewerbssieger Manfredi Nicoletti und Lucio Passarelli nicht bereit waren, ein in der Zwischenzeit entdecktes archäologisches Grabungsfeld in ihrem Entwurf zu berücksichtigen. Auch war ihr Entwurf fuer ein Akropolismuseum wegen seiner allzu glamourösen Ästhetik in die Kritik geraten.

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Den letzten Wettbewerb fuer das Akropolismuseum gewann Bernard Tschumi,

dessen Konzept  fuer das Akropolismuseum nahezu das gesamte Grabungsfeld berücksichtigte. Sein Entwurf zitiert oder imitiert den Parthenon nicht, greift aber seine Proportionen und Materialien auf (der dritte Stock hat exakt dessen Maße und Ausrichtung, um den Fries in ganzer Länge und in der originalen Reihenfolge zeigen zu können). Das Grundstück wurde mit Olivenbäumen und den für Athen typischen Bitterorangen-Bäumen (Citrus aurantium) bepflanzt. Da Olivenbäume nur sehr langsam wachsen, wurden bereits ausgewachsene Exemplare gepflanzt.

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In der Zeit bis zum Baubeginn fuer das neue Akropolismuseum wurde beim Bau der neuen U-Bahn-Linie ein Ausgang direkt vor das geplante Gebäude gelegt (Station Akropolis der Linie 2) und die Straße Dionyssiou Areopagitou zur Fußgängerzone („Peripatos") umgestaltet. 2002 war Baubeginn, wobei zuvor und danach zahlreiche Klagen von Anwohnern den Bau behinderten. Ein Grund war vermutlich der in Athen sehr prestigeträchtige „Akropolisblick", dessen Verlust zahlreiche Wohnungen wesentlich entwertete, wirklich genannte Gründe waren Baulärm, Verschattung, die Funde unter dem Gebäude etc.

Während der Bauzeit fuer das neue Akropolismuseum war das Erdgeschoss für Besucher geöffnet; hier wurden Animationen zum Bau und zum Umzug gezeigt. 2007 wurde das Gebäude fertiggestellt. Die Innentemperatur im Gebäude beträgt aus konservatorischen Gründen das ganze Jahr über exakt 23 °C. Nach Schließung des alten Museums fand der „teuerste Umzug in der Geschichte Athens" statt.

Am 20. Juni 2009 wurde das neue Akropolismuseum mit einem Staatsakt in Anwesenheit zahlreicher hoher Gäste eröffnet. Der Eintrittspreis beträgt bis zum 31. Dezember 2009 symbolische 1 Euro.

Die Videos zum Akropolismuseum:  

  http://www.youtube.com/watch?v=_UF-iBatUFs

 

http://www.youtube.com/watch?v=VyizkRl7s7E

 

Die website:

www.newacropolismuseum.gr

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Diskussionen um den Neubau des Akropolismuseums

Noch stehen Prozesse um den Abriss zweier Gebäude an der Dionyssiou Areopagitou Nr. 17 und 19 aus. Es handelt sich um zwei Apartmenthäuser, von denen das eine aus der Zeit um 1910 dem Komponisten Vangelis gehört. Das andere ist ein Art-Déco-Bau des Architekten Vassilis Kouremenos, eines Freundes von Picasso, 1930 errichtet. Sie standen seit Ende der 1970er Jahre unter Denkmalschutz. Nach Auffassung der Befürworter des Abrisses behindern die Bauten den Blick vom Museum zum Akropolis-Hügel. Die Kritiker halten dagegen, dass dies nur für den Blick von der Café-Terrasse zum unteren Abhang gelte.

Zudem war die Erhaltung der denkmalgeschützten Bauten eine der Wettbewerbsvorgaben und wurde auch vom obersten griechischen Verwaltungsgericht, dem Staatsrat, nach einer Anwohnerklage zur Bedingung für die Baugenehmigung gemacht. Der Kompromiss, die Gebäude abzutragen und die Fassaden in derselben Straße an anderer Stelle wiederaufzubauen, wurde von den Besitzern wie auch von den meisten Denkmalschützern abgelehnt. Neben dem Gerichtsentscheid stand außerdem die Aufhebung der Unterschutzstellung durch das Bau- und Umweltministerium aus, die unabhängig von derjenigen des Kulturministeriums ausgesprochen wurde und auch sechs weitere Gebäude derselben Straßenfront betraf. Auch der Internationale Rat für Denkmalpflege ICOMOS sprach sich gegen den Abriss aus.

Der Architekturkritiker Tasis Papaioannou, der den städtebaulichen Impuls des Akropolis-Museums lobt, beklagt andererseits die mangelnde bauliche Anbindung an die umliegenden Häuser und schrieb in seiner Aufsatzsammlung Architektur und Stadt:

„Das neue Museum ignoriert demonstrativ seine bauliche Umgebung, es duldet keine Gebäude neben sich [...]. Seine Ästhetik ist die eines Einkaufszentrums, einer Vitrine, nur mit dem Unterschied, dass hinter der Glasfassade keine Autos oder Kleider gezeigt werden, sondern die Skulpturen der Akropolis!"[1]

Die Wogen glätteten sich mit dem Heranrücken des Eröffnungstermins: Zahlreiche griechische Zeitungen berichteten ausführlich mit überwiegend positiven Kritiken und Interviews über das Museum, teilweise sogar in Sonderbeilagen, die dem Museum gewidmet waren.

Exponate im neuen Akropolismuseum 

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Von der Archaik bis zur Spätantike

Das Akropolismuseum zeigt die rund 300 Statuen und Friesteile sowie etwa 4000 andere kleinere Gegenstände aus dem archaischen Zeitalter, der klassischen Antike und der Spätantike , die bisher im alten Akropolismuseum auf der Akropolis ausgestellt waren oder aus Platzmangel in Magazinen lagerten, darunter folgende Werke:

Der Parthenonfries

Der Bau des Akropolis-Museums ist eng mit der Forderung nach Rückgabe des Parthenon-Frieses verbunden. 1801, als Athen noch zum Osmanischen Reich gehörte, hatte der britische Botschafter in Konstantinopel, Lord Elgin, sich eine Genehmigung verschafft, herumliegende Fundstücke von der Akropolis mitzunehmen. Er demontierte daraufhin einen Großteil des Parthenonfrieses (ungefähr die Hälfte der Originallänge bzw. zwei Drittel des erhaltenen Frieses), zahlreiche Metopen, fast alle Giebelfiguren sowie eine Karyatide des Erechtheion und andere Kunstwerke.

Sie sind seit 1816 im British Museum ausgestellt, welches auf die Rechtmäßigkeit des Erwerbs durch Kauf von Lord Elgin verweist und sich weigert, die Plastiken zurückzugeben. Um der Forderung Griechenlands nach Rückgabe Nachdruck zu verleihen, wollte man zunächst die entsprechenden Lücken im Parthenonsaal freihalten, entschied sich am Ende aber doch für dunklere Gipsabgüsse. Die fehlende Karyatide wurde allerdings nicht ersetzt.

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 Das neue Akropolismueseum wurde am 20. Juni 2009 eroeffnet

Nach jahrelangen Querelen, Rückschlägen und Verzögerungen. Mit der Feier wollen die Griechen den Druck auf Großbritannien erhöhen, den antiken Parthenon-Fries zurückzugeben.

Athen - "Jetzt können wir wieder stolz sein und davon träumen, dass die gestohlenen Friesteile wieder nach Athen kommen", so kommentiert ein 49-jähriger Barman im Zentrum Athens die bevorstehende Eröffnung des neuen Akropolis-Großmuseums am 20. Juni. 

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AKROPOLIS MUSEUM: GLAS UND STAHL FÜR DIE ANTIKE 

Busse und Züge in Athen sind mit Fotos des Parthenon, des wichtigsten Tempels auf der Akropolis, geschmückt. Doch Teile des abgebildeten Frieses liegen immer noch im Britischen Museum in London. Für die Eröffnung des neuen Projekts bereitet Athen eine große Feier vor, die in alle Welt übertragen werden soll. Staats- und Regierungschefs aus mindestens 20 Ländern Europas und rund ums Mittelmeer sind eingeladen.

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Eintrittskarten für die ersten drei Tage nach der Öffnung sind bereits vergriffen. Nur wenige Stunden dauerte der Verkauf per Internet, der am Montagabend begonnen hatte. "Die insgesamt 2250 Tickets waren bis heute morgen (Dienstag) verkauft. Die Leute kauften Tickets die ganze Nacht durch", sagte die Architektin im Athener Kulturministerium, Evgeneia Kalogeratou. Der Eintritt wird in den ersten sieben Monaten nur einen Euro betragen. Auch nach dem 1. Januar 2010 soll der Eintritt nur auf fünf Euro erhöht werden.

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 Das neue Museum am Fuß der Akropolis hat drei Stockwerke und eine Fläche von insgesamt 25.000 Quadratmetern. Die Errichtung des größtenteils aus Stahl und Glas gebauten monumentalen Gebäudes hat mehr als elf Jahre gedauert.

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"Glas und Stahl sind ideal für dieses neue moderne Museum", sagt der Museumschef und Archäologieprofessor Dimitris Pandermanlis. Vom Museum ist der Blick frei auf die Akropolis, aber auch auf die Ausstellungsstücke und die Fundamente des Gebäudes. So ist das Erdgeschoss nur für Schwindelfreie geeignet, denen der Blick durch das Kunststoffglas des Fußbodens etwa acht Meter tief auf die Fundamente nichts ausmacht.

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Ringen um den Parthenon

"Ich hatte den Eindruck, ich schwebte in der Luft. Mir wurde schwindlig", sagte Marianne Jordan. Die Deutsche aus Schleswig-Holstein lebt ständig in Athen und konnte sich das Museum schon einige Wochen vor der Eröffnung ansehen. Die Säulen des Museums stehen auf ausgegrabenen Fundamenten und Mauern von Wohnhäusern aus der Antike bis ins 13. Jahrhundert. Die Pläne entwarf der Schweizer Stararchitekt Bernard Tschumi.

 

Athen will mit der geplanten Feier auch Großbritannien weiter unter Druck setzen, den antiken Parthenon-Fries zurückzugeben. "Sie gehören hierher", hatte in den achtziger Jahren die griechische Schauspielerin und sozialistische Kulturministerin Melina Mercouri ("Sonntags nie") immer wieder gesagt und damit den Streit zwischen Athen und London ausgelöst. Anfang des 19. Jahrhunderts hatte der damalige britische Botschafter in Istanbul, Lord Elgin, die am besten erhaltenen Teile des Parthenons und anderer Denkmäler der Akropolis demontiert und nach England gebracht.

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56 der 96 Platten des Parthenon-Frieses befinden sich bis heute im Britischen Museum in London. Im neuen Akropolis-Museum sollen die Teile als verschwommene Hologramme und Duplikate aus weißem Marmor dargestellt werden, um ihr Fehlen zu unterstreichen. "Die Friesteile gehören der Welt und müssen zusammengeführt werden. Sie gehören nicht den Engländern", erklärt der griechische Kulturminister Antonis Samaras immer wieder.

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Das Britische Museum hatte bislang argumentiert, in Athen gebe es keinen geeigneten Aufbewahrungsplatz für die Relikte. Dieser Mangel sei mit dem neuen Museum nun beseitigt, meinen die Griechen. Der Parthenon ("Jungfrauengemach") ist eines der berühmtesten noch existierenden Baudenkmäler des antiken Griechenland.

Von Takis Tsafos, dpa (spiegel-online)

Fotos: Akropolismuseum & juergen muegge 2009

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