Die Weinbauregion Aegialia auf der Peloponnes



 SUCHE:
 

Besucherzähler


Kloster Taxiarchon Peloponnes

DAS KLOSTER "TAXIARCHOS" BEI AEGION

 IN AEGIALIA

 

 

Das Kloster "Taxiarchos" liegt in einer wilden, ehemals nahezu unzugaenglichen Schlucht des Selinous ca. 15 km von Aegion entfernt. Unter den Flusstaelern, welche den besonderen Reiz Achaias bilden, ist das Tal des Selinous einbes der groessten und schoensten. Heute fuehren diese Fluesse nur noch waehrend der Zeit der Schneeschmelze im Helmos-Gebirge, also in den Monaten Februar und Maerz rauschende Wasser, im Sommer plaetschern sie ruhig dahin. Frueher jedoch waren es gewaltige Stroeme, die aus den hohen Bergen talwaerts schossen und Geroell und fruchtbaren Lehmboden mit sich fuehrten, welcher die gruenen Ebenen der Aegialia geschaffen hat.

Die ueberreiche Vegetation ist geblieben, die Haenge des Selinous-Tales sind ein leuchtendgruenes Band, uind der suesse Duft wilder Blumene und Kraeuter erfuellt von Mai bis September das ganze Tal. Besonders das rechte Ufer hat Baumbestaende in reicher Vielfalt,  schwarze Zypressen erheben sich aus dem silbergrauen Wipfeln der Olivenbaeume, uralte Platanen, Kastanien, Steineichen und Johannisbrotbaeume spenden reichlich Schatten.

In dieser paradieischen und ruhigen Landschaft liegt am rechten Ufer des Selinous eines der bedeutendsten und schoensten Kloester der Peloponnes, das Kloster Taxiarchos der Erzengel Michael und Gabriel. Es wurde als Felsenkloster  um 1450 vom heiligen Leontios, dem Mitglied einer maechtigen Aristokratenfamilie aus Monemvasia, gegruendet. Nach zweimaliger Zerstoerung durch die Albaner 1500 und 1630 wurde es von den Moenchen aufgegeben und einige Zeit spaeter zu ebener Erde ueber dem Fluss Selinous neu errichtet.

 Auch das neue Kloster fiel nach einigen Generationen einem albanischen Angriff zum Opfer. Von der Hoffnung, ihre Freiheit zu erringen und von den Versprechungen russischer Emissaere verfuehrt, hielten die Griechen der Peloponnes bei Ausbruch des russisch-tuerkischen Krieges 1769 ihre Stunde fuer gekommen. Im Februar 1770 erhob sich Messenien, im Mai Achaia. Die Tuerken holten daraufhin grosse Kontingente albanischer Soeldner vom Festland auf die Peloponnes und es sollen 6000 Albaner gewesen sein, welche die Stadt Aegion 1772 belagerten.

Trotz heroischen Widerstandes der Stadt Aegion, dem zahlreiche Angreifer zum Opfer fielen, konnte es sich auf die Dauer doch nicht gegen die Uebermacht der Feinde halten. Es gelang jedoch den Aegioten, den Belagerungsring zu durchbrechen und sich in die Berge  zum  zwei Wegstunden entfernten   Kloster Taxiarchon zu fluechten. Hier verschanzten sie sich und konnten dem Feind einige Tage trotzen. Aber eine List der Gegner besiegelte ihr Schicksal: die Belagerer faellten die grossen Zypressen, welche daraufhin auf die Wehrmauern stuerzten und diese einstuerzen liessen. Ueber diese Baumstaemme als Bruecke gelangten die belagerer ins Innere und machten dort ausnahmslos alle anwesenden Buerger Aegions, Maenner, Frauen und Kinder nieder.

Heute empfaengt den Besucher das Kloster Taxiarchon mit einer gewaltigen Nordfront und der Vorplatz bietet einen herrlichen Ausblick ins Tal des Selimous. Oben im Felsen des Klokos , ca. 2  km entfernt, ist noch das alte Kloster sichtbar, welches ebenfalls noch erstiegen und besichtigt werden kann. Im Taxiarchon versammeln sich noch heute jeweils am 11. Dezember viele Wallfahrer, die vor allem die Klosterzelle des heiligen Leontios besuchen. Das Kloster Taxiarchos im wilden Tal des Selinous ist auch ein geradezu idealer Ausgangsort fuer Wanderungen durch eine atemberaubende Natur.

_______________________________________________________________

*all rights reserved * 2007 * Juergen Muegge *

_______________________________________________________________