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Santorini

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Die Kykladeninsel Santorini / Thera /Thyra Griechenland

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Die Kykladeninsel Santorini

Santorini  ( Im Altertum Thera oder Thyra) ist weltweit einzigartig. Einst lag hier im Aegaeischen Meer noerdlich der Insel Kreta ein maechtiger Vulkan. Vor 3500 Jahren explodierte er, begrub eine bluehende minoische Kultur unter Bims und Asche und hinterliess eine Caldera, in die das Meer einbrach. Nur einige Teile des Kraterrands blieben stehen: Santorini und dessen kleinere Schwester Thirassia.

In der Naehe  von Santorini liegen noch zwei weitere Inseln: Ios, Insel der Jugend und Anafi, Hort der Ruhe und Urspruenglichkeit.

Santorini  faellt nach aussen mehr oder weniger sanft zur Kueste  ab. Hier ist die Insel gruen,  hier sind die Ufer von Straenden gesaeumt. Steht man am Kraterrand und blickt um sich , kann  vor dem inneren Auge ein Bild entstehen, das Santorini vor der grossen Katastrophe zeigt. Aus der tiefblauen Aegaeis stieg damals eine nahezu  kreisrunde Insel empor, ein einzelner, maechtiger Schildvulkan, wie noch heute Vesuv oder Fudschijama. Die Aussenkuesten Santorinis und Thirassias sowie des unbewohnten Inselchens Aspronissi markieren seine Umrisse. Der Gipfel soll zwischen 600 und 1800 Meter hoch gewesen sein.

Fuer die heutigen Inselbewohnert vobn Santorini erweist sich die Katastrophe von damals als Segen. Bis 1990 foerderte man im Tagebau Bimsstein, der, zermahlen und mit Wasser und Kalk vermischt, einen idealen Baustoff fuer die Hafenanlagen abgab. Er war auch beim Bau des Suezkanals gefragt. Inzwischen bestimmt jedoch  der Tourismus,  die Insel , denn Santorini ist die wohl meistbesuchte  ( und neben Mykonos wohl auch die teuerste ! ) Insel der Kykladen.

Ein weiterer Wirtschaftszweig erlebte einen Aufschwung auf Santorini: der Weinbau . Santorinis naehrstoffreicher, vulkanischer Boden speichert hervorragend die wenige Feuchtigkeit und bringt so sehr gute Trauben und ganz ausdruckstarke, unvergleichliche Weine hervor. Die Rebstoecke werden wegen der starken Winde kreisfoermig und nahe dem Boden erzogen. Die neuen, guten Weine Santorinis werden mittlerweile fast ausschliesslich auf Flaschen gezogen und kaum noch aus dem Fass ausgeschenkt. Fuehrend sind der private Anbieter Boutari sowie die Winzergenossenschaft Santos Wines.

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Santorini - Die geografische Lage 

Santorini liegt im südlichen Ägäischen Meer etwa 120 km nördlich von Kreta. Die nächstgelegenen Inseln sind Anafi22 km östlich und Ios 19 km nördlich; Milos liegt etwa 77 km nordwestlich. Die ringförmig angeordneten Inseln Thira, Thirasia und Aspronisi bilden den Rand einer vom Meer gefluteten Caldera, in deren Zentrum die Inseln Palea Kameni und Nea Kameni liegen. Der Santorin-Archipel hat einen Durchmesser von etwa 16 km. Die Gesamtfläche beträgt rund 93 km².

Von der bis zu 350 m hohen Calderawand ist die Abdachung von Thira und Thirasia nach außen hin sanft. Lediglich im Südosten von Thira unterbricht das Profitis Ilias-Massiv, mit 567 m die höchste Erhebung des Archipels, diesen sanften Abfall. Vielerorts bildet ein schwarzer Lavastrand den Übergang zum Meer. An anderen Stellen reicht die Bimsdecke bis ans Meer und bildet Steilküsten. Auf Thira und auf Thirassia prägen  Erosionsrinnen in der weichen Bimsdecke, verursacht durch winterliche Regenfälle, die Topographie.

Die maximale Ausdehnung der sichelförmigen Hauptinsel Thira beträgt vom Kap Mavropetra im Norden bis zum Kap Exomitis im Süden  etwa 17 km.  Etwa 70% der Inselfläche ist von teilweise massiven Bimsstein Schichten bedeckt.

Die Caldera von Santorin umfasst eine Fläche von etwa 85 km², die Ausdehnung beträgt in Nord-Süd Richtung etwa 11 km, in West-Ost Richtung fast 8 km. Die  Höhe beträgt im Norden von Thira vom Meeresgrund etwa 700 m. Der Caldera-Boden besteht aus vier Teilbecken. Das nordöstliche Teilbecken erreicht eine Tiefe von nahezu 400 m .

Die Flora und Fauna auf Santorini

Seit  200 Jahren wurde die Flora von Santorin von  Forschern untersucht und ist daher relativ gut bekannt. Grundlagen schuf Heldreich Ende des 19. Jahrhunderts. Mit damals 240 verzeichneten Arten wurde die Flora als verarmt eingestuft. Nach heutiger Auffassung wird die Inselgruppe als floristisch nicht gesättigt angesehen, von einem Anstieg der Artenzahl in Folge eines Einwanderungsprozesses wird ausgegangen. Bisher wurden auf dem Santorini-Archipel insgesamt über 550 Arten von Farn- und Samenpflanzen, auf Palea Kameni 178 Arten und auf Nea Kameni 156 Arten nachgewiesen. Etwa 95% der Pflanzenarten von Palea und Nea Kameni kommen ebenfalls auf den älteren Ringinseln vor, die Zuwanderung von dort wird vermutet.

Gehölzbildende Pflanzen sowie Olivenkulturen fehlen fast vollständig. Die Vegetation besteht zu etwa 97% aus der typischen Phrygana in unterschiedlicher Kombination auf fast allen älteren Brachen, der Übergang auf jüngere Brachen ist nahtlos. Diesen Lebensraum bestimmen nur wenige Strauch bildende Arten wie Sarcopoterium spinosum, Coridothymus capitatus, Cistus creticus und Thymelaea hirsuta. Einige Phrygana-Standorte werden von Neophyten wie Opuntia ficus-indica, Agave americana oder dem auffällig gelb blühenden Aeonium arboreum dominiert. Auf den Kalkstein-Hängen des nördlichen Profitis Ilias und des Gavrilos ist die Artenzusammensetzung vielfältiger. Die Gipfelregion des Profitis Ilias ist reich an Geophyten und Flechten. An extreme Standorte der Bimsstein-Schicht ist Helichrysu. angepasst. Im März bis April findet man seltene Orchideen (z. B. Orchideen).

Besonders gut erforscht ist die Flora von Nea Kameni, sieben Sammelreisen seit 1911 erbrachten insgesamt 156 Arten von Farn- und Samenpflanzen. Durch Vulkanausbrüche in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden die Bestände mehrmals dezimiert. Die tatsächliche Artenzahl liegt bei 130 Arten (1987). Entsprechend der vulkanischen Aktivitäten des 20. Jahrhunderts haben sich an unterschiedlichen Standorten verschiedenartige Pflanzengesellschaften entwickelt. Die dauerhafte Zuwanderung von Arten und Entwicklung begleitet ein Verdrängungsprozess von Pionierpflanzen. Abgesehen von einigen Ficus carica Bäumen, die die vulkanischen Aktivitäten des 20. Jahrhunderts überlebten, prägen dichte Horste von Hyparrhenia hirta und die einjährige Lupinus angustifoliusdie steppenähnliche Vegetation. Der Entwicklungsbeginn einer Strauch-Vegetation ist seit Mitte der 1980er Jahre zu beobachten. Etabliert hat sich Atriplex halimus, erste Sämlinge von Pistacia lentiscus wurden nachgewiesen.

Von Palea Kameni sind 178 Arten von Farn- und Samenpflanzen beschrieben. Die immergrüne Hartlaubvegetation, dominieren niedrige, windgeformte Büsche von Pistacia lentiscus begleitet von einigen Ballota acetabulosa, Calicotome villosa und Prasium majus, durchsetzt von Therophyten. In der Spritzwasserzone-Zone hat sich eine salzliebende Pflanzengesellschaft etabliert, die von Atriplex halimus- und Lycium intricatum-Sträuchern dominiert wird. Die Südostspitze wird von einer offenen niedrigwachsenden Limonium graecum-Gemeinschaft besiedelt. Vereinzelte Farngesellschaften in unterschiedlicher Zusammensetzung wie Asplenium obovatum und Polypodium cambricum besetzen den Lebensraum hauptsächlich zwischen schattigen Felsspalten an der Nordküste und in der Mitte. Die nahezu nackten Felsen im Nordwesten werden zunehmend von Süden her besiedelt, inzwischen auch von ausdauernde Pflanzen wie Atriplex halimus, Helichrysum italicum, Hyparrhenia hirta, Phagnalon graecum und Pistacia lentiscus.

Fauna

Eine vollständige Aufnahme der Tierarten liegt für Santorin nicht vor. Bemerkenswert sind die Vorkommen der Geckoarten Hemidactylus turcicus und Cyrtodactylus kotschyi, eine Unterart der Kykladen-Mauereidechse (Podarcis erhardii naxensis) sowie von Telescopus fallax pallidus und Zamenis situla.

Auch findet man, wenn auch eher kleine Vögelpopulationen. Diese sind unter anderem die Schafstelze, die Turteltaube, der Flussregenpfeifer, die Haubenlerche und der Turmfalke). Auch finden sich hin und wieder verschiedene Reiherarten, wie der Seidenreiher, der Graureiher und der Purpurreiherauf Santorin ein.

Naturschutz auf Santorini

Die Inseln Nea und Palea Kameni sowie das Profitis Ilias Massiv wurden als GR4220003 Santorini: Nea und Palea Kameni - Profitis Ilias (Σαντορίνη: Νέα και Παλαιά Καμένη - Προφήτης Ηλίας) in das Natura 2000-Netz der Europäischen Union aufgenommen.[4] Große Probleme bereitet weiterhin die Müllentsorgung, die dadurch "gelöst" wird, dass man den Müll in die ehemaligen Bimssteinbrüche kippt. Dadurch werden einmalige Fundorte fossiler Pflanzen und archäologische Reste für immer zerstört. Der steigende Verkehr mit Mietwagen und Motorrädern belastet die Inseln mit Lärm, Gestank und Schrott, der in die Steinbrüche "entsorgt" wird. Die Bauwut der Santoriner zerstört das Landschaftsbild und zerstört wichtige, natürliche Ressourcen.

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Reiseinformationen Santorini

Wie reise ich  nach Santorini an ?

Die Autofaehren anch Santorini fahren ab Piraeus in der Saison taeglich, und zwar die "Flying Dolphins" www.hellenicseaways.gr   in der Regel frueh morgens oder am Nachmittag. Die ANEK www.anek.gr  faehrt um Mitternacht ab Piraeus und auch die Blue-Star-Line faehrt ab Piraeus nach Paros, Naxos und Santorini. Die Fahrzeit Piraeus-Santorini betraegt je nach Route und evtl. Zwischenstops ca. 6 bis 8 Stunden.

Die Faehrpreise betragen an Deck fuer die einfache Fahrt Euro 31,- pro Person,  fuer 2 Personen plus Pkw fuer die Hin- und Rueckfahrt liegen die Preise im Juni 2010 bei der ANEK bei ca. 280,- Euro und mit den "Flying Dolphins" bei ca. 360,- Euro.

Weitere Faehren-Infoswww.ferries.gr  www.greekferries.gr

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Flugverbindungen Athen - Santorini: 

Die Aegean Air  www.aegeanair.com fliegt abends um 19h30 in 45 Minuten  nach Santorini, der "Flex-Tarif" kostet momentan Juni 2010 Euro 120,- pro Person pro Flug.

Flugverbindung Deutschland - Santorini;

Die Aegean-Air  www.aegeanair.com bietet z.B. auch ab Deutschland  ( Duesseldorf, Muenchen etc.) Fluege nach Santorini an. Der Hin- und Rueckflug kostet5 z.Zt. ab Euro 440,-. Auch die Austrian-Airlines  www.austrian.com bietet das Ziel Santorini an.

Mehr Fluginfos: www.fluege.de  

www.kefalonia-online.de  www.griechenlandinseln.de

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Hotels auf Santorini: http://www.santorini.com/hotels/

 Hotelsuche nach Karte: http://www.santorini.com/hotels/santorinimap.htm

Villas und Ferienhaeuser Santorini  http://www.santorini.com/santorinivillas/

Wir empfehlen gern das Hotel  "Apanemo" in Akrotiri( Foto unten) :    

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Hotel Apanemo Akrotiri Santorini: http://www.santonet.gr/hotels/apanemo/

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Ein Olivenbaum und die Chronologie der Aegaeis

Redaktion Archäologie Online vom  27.4.2006

Seit längerem schon gibt die Eruption des Vulkans auf der Insel Santorin in der Ägäis Archäologen und Naturwissenschaftlern Rätsel auf. Der gewaltige Ausbruch bedeckte ein weites Gebiet im östlichen Mittelmeer mit Asche und schuf so eine universelle Zeitmarke für die Synchronisierung von Kulturen der späten Bronzezeit in dieser Region. Die Datierung dieses Ereignisses ist aber bislang umstritten.

Einen Meter lang und rund 3570 Jahre alt ist der auf Santorin gefundene Olivenast. Der Baum wurde in Lebendposition von der nach dem Ausbruch in gewaltiger Menge herab regnenden Asche begraben.

Die bisher angewandte Methode einer historischen Datierung über Königslisten und astronomische Konstellationen, insbesondere für Ägypten, grenzen die Eruption auf einen Zeitraum zwischen 1530 und 1500 v.Chr. ein. Dem entgegen stehen naturwissenschaftliche Datierungen, darunter Radiokarbondaten: Schwefel in Eiskernen aus Grönland und Proben aus Samen von der Insel Santorin lassen auf einen Ausbruch im 17. Jahrhundert v.Chr. schließen. Für eine zweifelsfreie Zeitangabe waren die Messungen jedoch nicht zuverlässig genug.

Ein Stück Olivenholz konnte jetzt Klarheit schaffen. Der Fund stammt aus der Gegend des minoischen Dorfes Akrotiri, dem "Pompeji der Bronzezeit", das vor über 3500 Jahren in Vulkanaschen versank. Gefunden wurde es bereits vor zwei Jahren von dem Geologen und Vulkanologen Dr. Tom Pfeiffer. Mit neuen Methoden gelang es einem Forscherteam der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, der Universitäten Heidelberg, Hohenheim und Aarhus/Dänemark, das exakte Alter des gefundenen Olivenbaums zu bestimmen, der beim Ausbruch eingeschlossen wurde. Ergebnis: Die Archäologen haben sich in ihrer Zeitrechnung bislang um 100 Jahre geirrt. Die neuen Forschungsergebnisse wurden in der Zeitschrift "Science" publiziert.

Herausragend ist der Fund vor allem deshalb, weil der minoische Vulkanausbruch der Insel Santorin ein wichtiges geschichtliches Ereignis mit Auswirkungen bis nach China und Amerika darstellt. Archäologen benutzen diesen Einschnitt in der Menschheitsgeschichte als Fixpunkt in der Historie des östlichen Mittelmeerraumes.

Den Durchbruch brachte eine Kombination neuer Untersuchungsmethoden: "Bei dem Olivenholz handelt es sich um den Ast eines Baumes, der beim Vulkanausbruch lebend verschüttet wurde", erklärt der Paläobotaniker Michael Friedrich, Mitarbeiter der Heidelberger Akademie der Wissenschaft, der an der Universität Hohenheim im Institut für Botanik arbeitet. Mit einem Computer-Tomographen, ähnlich wie ihn auch Mediziner benutzen, gelang es den Forschern, mehr als 70 Jahresringe in dem über 3500 Jahre alten Holz zu unterschieden.

"Danach konnten wir aus mehreren Ringen Holzproben nehmen und über die Radiokarbon-Methode datieren", erklärt Michael Friedrich. Dabei wird der Gehalt an C14, einer natürlichen Variante von Kohlenstoff gemessen, dessen Gehalt sich in der Natur im Laufe der Erdgeschichte immer wieder verändert hat. "Da wir wissen, wann der natürliche C14-Gehalt wie hoch war, können wir theoretisch zurückrechnen, wann der entsprechende Jahrring gewachsen ist", erklärt Dr. Bernd Kromer von der Heidelberger Akademie der Wissenschaften, die ihren Sitz am Institut für Umweltphysik der Universität Heidelberg .

Bislang scheiterte die Methode daran, dass der Kohlenstoff-Gehalt in den Jahrhunderten um den Ausbruch mehrfach nach oben und unten schwankte, das bedeutet, für jedes Messergebnis gibt es mehrere Alter, die in Frage kommen. "In diesem Fall haben wir erstmals mehrere Messergebnisse aus verschiedenen Ringen, von denen wir exakt wissen, wie weit sie auseinander liegen", erklärt Friedrich. Auf diese Weise erhielten die Forscher ein mehrteiliges Puzzle-Stück, für das nur eine kurzfristige Zeitspanne als Alter in Frage kam.

"Mit einer Wahrscheinlichkeit von 95 Prozent können wir das Ende der Siedlung Akrotiri nun auf die Jahre 1627 bis 1600 vor Christus eingrenzen", bestätigt Kromer. "Damit schließen wir von naturwissenschaftlicher Seite aus, dass der Ausbruch über die bisher etablierten Verknüpfungen mit der historischen ägyptischen Chronologie datiert werden kann. Vielmehr müssen die historischen und kulturellen Beziehungen der vielfältigen Kulturen der Spätbronzezeit im östlichen Mittelmeer neu untersucht und interpretiert werden." 

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Akrotiri auf Santorini

Die archaeologische Grabungsstaette Akrotiri 

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Akrotiri  ist eine archäologische Ausgrabungsstätte im Süden der griechischen Insel Santorini . Im Jahr 1967 entdeckte der Archäologe Spyridon Marinatos eine Stadt der Kykladenkultur mit starkem Einfluss der minoischen Kultur. Die Stadt wurde in ihrer Blütezeit durch einen Vulkanausbruch verschüttet und so für über 3500 Jahre konserviert. Der exzellente Erhaltungszustand der Gebäude und herausragender Fresken erlaubt Einblicke in die  Kulturgeschichte der Bronzezeit in der Ägäis.

Die Ausgrabungsstätte ist nach dem heutigen Dorf Akrotiri benannt. Es liegt oberhalb der Ausgrabung auf einem Hügel aus den ältesten Vulkangesteinen der Insel Santorini und wird von der Ruine einer Burganlage aus der Zeit der venezianischen Herrschaft (1204-1537) geprägt. 

Die Geschichte der Ausgrabungen von Akrotiri

1867 baute ein französisches Bauunternehmen auf Santorin Bimsstein und Santorinerde für den Bau des Suezkanals ab. Ferdinand Fouqué, der Geologe des Unternehmens, registrierte prähistorische Mauerreste und Scherben in einem Tal unterhalb von Akrotiri sowie auf der  Nachbarinsel Thirasia. Er stellte erstmals die These einer vom Vulkan verschütteten Kultur auf. Drei Jahre später machten französische Archäologen und 1899 der Deutsche Robert Zahn weitere unsystematische Funde im selben Gebiet um Akrotiri.

Der griechische Archaeologe Spyridon Marinatos

Der griechische Archäologe Spyridon Marinatos analysierte 1939 die Gesteinsschichten von Ausgrabungen einer Villa in Amnissos bei Knossos auf Kreta. Er stellte als erster die These auf, dass der gefundene Bimsstein von einem Vulkanausbruch auf Santorin stammen könnte und die Minoische Kultur auf Kreta durch Flutwellen als Folge dieser Eruption ausgelöscht wurde. Er sah in dieser Katastrophe den Kern der Legende von Atlantis.

Knapp  dreissig Jahre danach hatte Marinatos die Möglichkeit, mit einer  Grabung aus Santorini  Beweise für seine These zu suchen. Am 25. Mai 1967 erfolgte der erste Spatenstich an der heutigen Ausgrabungsstelle. Den Ort hatte er ausgewählt, weil er den von antiken Autoren wie Strabon und Pindar überlieferten Anforderungen an einen Siedlungsplatz an einer flachen Küstenebene entsprach und die Bimssteinschicht hier erosionsbedingt mit maximal 15 m am dünnsten war ,.

Schon  die erste Grabungskampagne brachte spektakuläre Ergebnisse. Marinatos und sein Team fanden eine Stadt aus der Bronzezeit, die der Minoischen Kultur nach kretischen Vorbildern nahe stand, doch eigene Merkmale aufwies. Durch einen Vulkanausbruch war die Stadt mit einem Schlag aus dem Leben gerissen worden und von den Schichten aus Bimsstein und Vulkanasche so gut konserviert worden wie sonst nur Pompeji und Herculaneum in Italien.

Im Oktober 1974 kam Marinatos bei einem Unfall in Akrotiri  ums Leben; er stürzte von einer zusammenfallenden Mauer. Marinatos wurde dort beigesetzt und ein Gedenkstein erinnert an ihn. Die Grabungen von Akrotiri wurden nur kurz unterbrochen und werden bis heute fortgeführt, unter der Leitung von Marinatos damaligem Assistenten Christos Doumas.

Die Grabung von Akrotiri  heute

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Bis Heute  sind ca.  zwei Hektar der wesentlich größeren Stadtfläche freigelegt. Es handelt sich um eine Momentaufnahme der Stadt zum Zeitpunkt des Untergangs. Dabei wurden keramische Scherben von der Jungsteinzeit, über frühe Epochen der Bronzezeit wie der Kastri-Kultur bis zur Mittelkykladischen Zeit gefunden.

Das Gelände wurde kurz nach der Entdeckung mit einem Wellblechdach auf Stahlträgern überdacht, um die freigelegten Gebäude zu schützen. In den Jahren 2002 bis 2005 wurde die  Überdachung durch eine neue Konstruktion ersetzt. Im September 2005 kam es zu einem Unfall, bei dem ein Teil der neuen Überdachung einstürzte und einen Touristen tötete. Da Zweifel an der Standfestigkeit des Daches bestehen, ist die Ausgrabungsstätte stillgelegt und kann  nicht besichtigt werden. Seit 2009 wird ein neues Dach errichtet, die Fertigstellung  ist zur Sommersaison 2011 vorgesehen.

Das bronzezeitliche Akrotiri

Akrotiri  liegt an einem Hang etwa 200 m von der heutigen Küstenlinie entfernt. Erste Siedlungsspuren weisen zurück bis in die Jungsteinzeitim 5. Jahrtausend v. Chr. Die ältesten Keramiken sind eng verwandt mit Typen der Inseln Mykonos und Andiparos. Eine systematische Besiedelung wird in der frühkykladischen Zeit etwa ab dem Jahr 3000 v. Chr. angenommen. Metallverarbeitung lässt sich ab etwa 2500 v. Chr. (Periode II der frühkykladischen Zeit) nachweisen. Stilvergleiche lassen vermuten, dass der Umgang mit dem neuen Material und neue keramische Techniken aus der Nord-Ost-Ägäis auf die Insel kamen. Dort gibt es Spuren von Kriegen aus der Zeit zwischen 2600 und 2500 v. Chr., so dass vermutlich Flüchtlinge die Fähigkeiten von dort mitgebracht haben. Zur Blüte gelangte die Stadt erst in mittelkykladischer Zeit nach 2000 v.Chr.

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Die Stadt Akrotiri

Sicher ist bisher , dass es sich in Akrotiri um weit mehr als nur dörfliche Strukturen handelt. Soweit die  beteiligten Wissenschaftler Schätzungen publizieren, lässt sich die Einwohnerzahl bei  auf 1500 bis 2000 Einwohner hochrechnen, bei großzügigen Annahmen auf bis zu etwa 9000 Einwohner.

 Jahrzehnte  vor der endgültigen Zerstörung hatte schon einmal ein Erdbeben die Stadt schwer beschädigt. Die Bewohner bauten sie wieder auf, wobei sie  die Fundamente der alten Häuser verwendeten.

Die Straßen waren mit  Steinplatten gepflastert, unter denen in einem Graben mit konstantem Gefälle die Kanalisation durch die  Stadt verlief. Wo die Straßen nach dem früheren Erdbeben höher gelegt wurden, wurden die Platten und die Kanalisation überdeckt und die neue Oberfläche mit kleineren Steinen, ähnlich einem Kopfsteinpflaster, neu gebaut.

Die einzige freigelegte Straße steigt von Süden mit dem Gelände in nördlicher Richtung  aufwärts. Die Ausgräber um Marinatos nannten sie wegen einer Metallwerkstatt in einem der Häuser der Straße „Telchinon Street", nach den metallverarbeitenden Telchinen in der griechischen Mythologie.  Bei einer durchgehenden Breite zwischen 2 m und 2,20 m erweitert sie sich mehrmals zu Plätzen unterschiedlicher Größe. Werkstätten in den angrenzenden Häusern lassen vermuten, dass auf diesen Plätzen Handwerker bei gutem Wetter im Freien gearbeitet haben.

In den 1990er Jahren wurde auf dem größten Platz eine als Kenotaph gedeutete Struktur freigelegt. In Nischen innerhalb des Quaders lagen zehn Kykladenidole aus Marmor, im  Umfeld wurden sieben weitere Figuren gefunden.

Die bisher gefundenen Häuser lassen sich nach der vermuteten Funktion im Wesentlichen zwei Typen zuordnen:

Die Häuser waren zwei- oder dreistöckig und aus unbehauenen Tuffsteinen, die mit Ton vermörtelt wurden, sowie mit Stroh vermengtem Lehm gebaut. Holzbalken trugen Decken, Fenster- und Türstürze. Behauene Steine wurden als Ecksteine, zur Gestaltung von Fassaden mancher Gebäude und zum Bau von Treppen genutzt. Die Häuser mit Fassaden aus behauenem Stein wurden von Spyridon Marinatos als Xeste bezeichnet.

In den Zeremonienräumen waren die Böden mit Schieferplatten belegt oder mit einfachen Mosaiken aus Steinen und Muscheln gestaltet. Alle Wände waren verputzt,  Wohnräume mit Kalk, der manchmal in Erdfarben von rosa bis beige getönt war. Die Dächer dienten, wie heute noch in verschiedenen Mittelmeerkulturen, als zusätzlicher Wohnraum. Sie waren vermutlich mit Brüstungen in etwa Hüfthöhe umrandet, durch die an einer oder mehreren Stellen aus Stein gehauene Wasserspeier geführt wurden.

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Die Bauten weisen auf einen hohen Stand der Zivilisation hin. Die Häuser verfügten über Baderäume im Obergeschoss, die durch Fallrohre aus Ton an die Kanalisation angeschlossen waren.

Ställe gibt es in der Stadt nicht, nicht einmal Kleintiere wurden in den bisher ergrabenen Häusern gehalten. Werkstätten, Läden und Lagerräume befinden sich meist im Untergeschoss, das aus einer Flucht von Räumen bestand. In der Nähe des Treppenhauses hatte fast jedes der typischen Gebäude einen Arbeitsraum, in dem Lebensmittel zubereitet wurden. Hier wurden Mahlsteine gefunden, Wasserbehälter und sogenannte pithoi, in den Boden oder Bänke eingelassene große Tonbehälter mit Vorräten.

Auffallend ist, dass bisher kein Palast oder Herrschaftssitz und keine Stadtbefestigung oder sonstige militärische Einrichtung gefunden wurde.

Die Bewohner von Akrotiri

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Akrptiri  war geprägt durch Seefahrt und Handel. Die Menschen verfügten über Güter aus Kreta, vom griechischen Festland und aus Kleinasien. In den bislang ausgegrabenen Häusern gab es Metallbetriebe, eine Töpferei, eine Traubenpresse und zwei Mühlen. Es gilt als sicher, dass die Stadt am bisher nicht ausgegrabenen Hafen eigene Werften und die damit verbundenen Berufe hatte.

Die hohe Qualität der Wandmalereien lässt auf spezialisierte Künstler schließen. Fast in jedem Haus stand ein einfacher Webstuhl, wie die in großer Zahl gefundenen Webgewichte belegen. Unzählige Gehäuse von Purpurschnecken und die hohe Wertschätzung des Safrankrokus zeigen, dass die Kleidungsstücke aus Wolle und Leinen aufwändig gefärbt waren. Im Umland gab es vielfältige Landwirtschaft.

Auf dem Speiseplan standen Zwiebeln, Bohnen, Linsen und Kichererbsen, Platterbsen, Weizen und Gerste. An Obst waren Feigen und Trauben beliebt, auch Pistazien waren bekannt. Überwiegend wurde Schaf- und Ziegenfleisch gegessen, aber auch Schweine und Rinder wurden gehalten. Fisch spielte eine große Rolle in der Küche, auch Muscheln und Meeresschnecken wurden gegessen. Öl wurde aus Oliven und Sesam gewonnen. Ein tönerner Bienenkorb bezeugt Imkerei. Wein wurde damals wie heute auf der Insel gekeltert.

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Tongefäße wurden in vielfältiger Form und Qualität gefunden. Formen und Dekor der Gefäße am Beginn der spätkykladischen Zeit standen im Austausch mit den anderen kykladischen Inseln, insbesondere Melos als dem Zentrum des Töpferhandwerks mit den vielfältigsten Stilen. Einflüsse auf die Keramik in Akrotiri stammen auch vom minoischen Kreta und dem mykenisch geprägten Festland. Die auswärtigen Traditionen wurden in der lokalen Fertigung aufgegriffen, imitiert und zu eigenen Stilen weitergeführt.

Im südwestlichsten Teil der Grabung wurden die besten Funde mit religiösem Bezug gemacht. In einer Grube lagen Hunderte von Hörnerpaaren, ganz überwiegend von Ziegen, einige Stierhörner und ein einzelnes Paar Hirschgeweihe. In einer  kleinen Holzkiste mitten unter den Hörnern wurde ein Ziegenidol aus Gold gefunden.

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Die Figur ist 11 cm lang, 9 cm hoch und wiegt 180 gr. Körper und Kopf sind nach dem Wachsausschmelzverfahren gegossen, die Beine wurden später angefügt. Außerdem wurden einige Rhyta gefunden, Trink- oder Spendengefäße in Tierform, sowie kunstvoll geschmückte Schalen. Ihre Verwendung zu kulturellen oder kultischen Zwecken ist anzunehmen.

Wirtschaft und Sozialstruktur  in Akrotiri

In den 1990er Jahren wurden Funde gemacht, die einen Einblick in die Handelsbeziehungen der Stadt erlauben. In einem der Herrenhäuser wurden Bruchstücke von Tontafeln ergraben, die Inventardaten in der Linearschrift A tragen. Aus diesen Einträgen geht hervor, dass Akrotiri mit großen Mengen an Schafwolle und Olivenöl handelte.

Oliven wurden auf den Ägäisinseln damals in größerer Menge als heute angebaut; hier spielte Akrotiri eine wesentliche Rolle im Handel. In der spätkykladischen Zeit stammen fast 50 % aller im Raum der Kykladenkulturen, Kreta und Zyperns gefundenen Bügelkannen - die typische Handelseinheit sowohl von Olivenöl wie von Wein - aus Santorin. Die ideale Lage an den Haupthandelsrouten war ein entscheidender Faktor für die Wirtschaft der Insel. Insbesondere war Santorin die einzige Insel, die innerhalb einer Tagesreise von Kreta aus erreicht werden konnte. Da die Handelsschiffe der Bronzezeit nachts nicht fuhren, sondern Schutz in Buchten suchen mussten, war die Insel der zentrale Trittstein für den Handel der kretischen Minoer mit allen Märkten im Norden.

Rückschlüsse auf eine Sozialstruktur, zumindest des bislang ergrabenen Teils der Stadt, können aus den Fresken gezogen werden. Jedes Wohnhaus hat wenigstens einen ausgemalten Raum. In einigen Häusern wird von den Motiven der Fresken auf die Berufe oder Herkunft der Bewohner geschlossen. Der Bewohner des Westhauses mit maritimen Motiven war möglicherweise Kapitän oder Handelsherr.

Wenn keine Befestigung der Stadt und keine militärischen Einrichtungen gefunden werden, müssen die Verbindungen zur Leitkultur in Kreta enger angenommen werden, als früher vermutet. Akrotiri stand dann nicht in Konkurrenz  und hatte  keine Zwangsmaßnahmen zu befürchten. Als Erklärung für das enge Verhältnis  wird angenommen, dass Kreter als Handelsherren, Handwerker oder Künstler nach Akrotiri kamen, in führende Familien der Insel einheirateten und so eine familiär verbundene, gemischte Elite bildeten.

Der Untergang von Akrotiri

Anders als in Pompeji wurden in den Asche- und Bimssteinschichten von Akrotiri keine menschlichen Überreste gefunden. Es gibt in den Häusern keinen Schmuck und nur wenige aufwändig gefertigte Werkzeuge. Dies deutet darauf hin, dass die Bewohner vor dem Vulkanausbruch noch Zeit hatten, ihre Wertsachen zusammenzusuchen und auf die Boote zu fliehen.

Die Warnung vor der eigentlichen Eruption des Vulkans Santorini  geschah offenbar durch ein Erdbeben. Seine Spuren zeigen sich an Treppenstufen aus behauenem Stein, die alle mittig gebrochen sind, sowie in beschädigten Wänden der Gebäude. Nach dem Erdbeben kehrten einige der geflüchteten Bewohner zurück. Sie legten die Straßen wieder frei, rissen beschädigte Mauern ein und sortierten wiederverwendbares Baumaterial. Außerdem bargen sie Möbelstücke und Güter. So wurde ein Stapel Bettgestelle gefunden, die aus einem Haus zum Abtransport bereitgestellt wurden. Unbeschädigte Krüge und Amphoren mit Lebensmitteln waren ebenfalls an Sammelstellen außerhalb der Häuser gebracht worden.

Zu diesem Abtransport kam es nicht mehr, bevor der Vulkan die menschliche Siedlung auslöschte. Der Ausbruch, die sogenannte Minoische Eruption, begann nach heutiger Erkenntnis mit dem Ausstoß von leichten Pyroklastika aus einem Vulkanschlot, der fast genau mittig im Inselrund lag. Der Ausbruch dauerte nur kurz, die Menge des ausgestoßenen lockeren Materials war gering, so dass die Bergungsteams sich in Sicherheit bringen konnten. Allerdings gibt es auf keiner der Nachbarinseln Hinweise darauf, dass rund um die Zeit des Vulkanausbruchs eine größere Einwanderung stattgefunden hätte. Es ist daher anzunehmen, dass die Flüchtlinge durch Gase der Eruption oder durch Flutwellen doch noch ums Leben kamen.

Der eigentliche Ausbruch erfolgte Monate später. Auf einigen Mauerstümpfen wuchs bereits Gras, dessen verbrannte Reste gefunden wurden. Die Eruption bestand aus mehreren Phasen. Die erste war der Ausstoß von relativ leichtem Bimsstein, der sich in einer vergleichsweise dünnen Schicht von höchstens sieben Metern Dicke niederschlug. Sie brachte Dächer durch Überlast zum Einsturz, schützte die Gebäude aber vor der Zerstörung durch die späteren, schwereren Phasen. Diese brachten dicke Ascheschichten und Lavabrocken von bis zu 5 m Durchmesser, an anderen Stellen der Insel sogar bis 20 m.

Nach dem Ende der Eruption gingen langandauernde intensive Niederschläge auf die Reste der Insel herab. Sie sammelten sich in Sturzbächen und wuschen tiefe Rinnen in die verwüstete Landschaft. Eine der Abflussrinnen verläuft durch die heutige Grabung und sie hat mehrere Räume durch mitgeführten Schlamm und Asche so schnell und so vollständig angefüllt, dass sich hier Gegenstände besonders gut erhalten haben.

Die Datierung der Minoischen Eruption und damit des Untergangs der Stadt Akrotiri ist nicht gesichert. Die jüngsten Keramikstile der Stadt werden über Funde auf Kreta und in Ägypten mit der ägyptischen Chronologie synchronisiert und auf ca. 1530 v. Chr. datiert. Naturwissenschaftliche Methoden, den Ausbruch anhand der Radiokarbon-Methode und durch Ablagerungen vulkanischer Aschen im grönländischen Eis einzuordnen, deuten auf die 1620er Jahre v. Chr. hin. Die Interpretation der widersprüchlichen Angaben ist Gegenstand einer Debatte in den Fachwissenschaften .

Nach den spärlichen archäologischen Funden zu urteilen, dauerte es mehrere Jahrhunderte, bis sich die Vegetation so weit erholt hatte, dass die Insel für die Wiederbesiedelung durch Menschen attraktiv wurde. Herodot berichtet von einer phönizischen Siedlung, die aber bislang nicht nachgewiesen werden kann. Eine nennenswerte Bevölkerung kam erst im 9. Jahrhundert v. Chr. mit den Dorern, nach deren von Herodot und Pausanias überliefertem Anführer Theras die Insel von da an „Thera" genannt wurde. Sie siedelten nicht mehr an der Stelle von Akrotiri, sondern errichteten ihre Stadt Alt-Thera auf einem Felsgrat des Berges Messavouno oberhalb des heutigen Ortes Kamari.

Die Fresken

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Bezeichnend für den hohen Lebensstandard der Akrotirer sind die vielfältigen Fresken. Die Themen reichen von geometrischen Mustern über Alltagsszenen, Seefahrt und Landwirtschaft bis zu sportlichen oder kultischen Spielen. Landschaftsbilder zeigen die Tier- und Pflanzenwelt auf Santorin und die exotischer Länder wie Ägypten. Die Wandgemälde wurden typischerweise auf feuchtem Putz begonnen, anders als die klassischen Fresken und auf getrocknetem Untergrund im Sinne einer Seccomalerei fortgesetzt, so dass die Haltbarkeit in verschiedenen Teilen des Bildes unterschiedlich ist.

Die Fresken in den Häusern unterscheiden sich in Thematik und Stil deutlich, da verschiedene Künstler am Werk waren. Gemeinsam sind ihnen die sorgfältige und detailgenaue Ausführung und das verwendete Farbspektrum. Außer dem Weiß des gekalkten Untergrunds wurden überwiegend drei Farbtöne verwendet: Gelb in Form von Ocker und vereinzelt Jarosit, Tiefrot ebenfalls aus Ocker und gelegentlich Hämatit und ein kräftiger Blauton aus Ägyptisch Blau und vereinzelt dem Silikat Glaukophan .Graphit und Mischungen aus sehr dunklem Blau-Schwarz dienten zur Zeichnung von Konturen und Details.

Die Fresken zeigen neben dekorativen Mustern  vor allem Motive aus dem Leben der Menschen. Sie erlauben einen detailreichen Einblick in die Bronzezeit.

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Personen

Abbildungen von Menschen bieten einen besonderen Zugang zum Leben der bronzezeitlichen Akrotirer. Einige Männer, die bei formellen Handlungen dargestellt sind, tragen einen für die ägäischen Kulturen ungewöhnlichen langen Mantel in Weiß, wie er in Linear-B-Texten aus Knossos, Kreta beschrieben wird und noch mehrere Jahrhunderte später bei Homer als Chlaina in einfacher oder doppelter Form erwähnt wird.

Einige wenige Figuren beiderlei Geschlechts, die als Leiter von Zeremonien gedeutet werden, tragen ein Gewand, das aus dem Nahen Osten bekannt ist. Es handelt sich um ein Tuch, das zweifach um den Körper gewickelt wird, einmal unter den Achseln, die zweite Lage über die Schulter, wo es mit einer Spange gehalten wird und von wo der Rest des Tuches locker über den Rücken fällt. Auch hier sind die Gewänder mit zwei breiten abgesetzten Streifen geschmückt.

Frauen tragen - abgesehen von den oben erwähnten Priesterinnen - entweder einen knöchellangen farbigen Rock und eine Bluse mit Ärmeln bis zu den Ellenbogen oder ein Kleid mit kurzen Ärmeln, dessen Oberteil auf der Vorderseite weit unterhalb der Brüste geschlossen wurde.

Die Massenszenen im Westhaus sind am aussagekräftigsten. Etwa 370 Personen sind auf den Miniaturfresken des Zeremonienraums abgebildet. Davon sind 120 schematisch dargestellte Ruderer in den Booten, andere sind für eine Beurteilung zu schlecht erhalten. Um die 170 männlichen Figuren mit ausreichend erkennbarer Bekleidung stehen nur zehn Frauen gegenüber. Während die meisten Männer individuell dargestellt sind, erscheinen fast alle Frauen uniform in Kleidung und Frisur lediglich an den Fenstern der Stadt abgebildet.

Nacktheit kommt in zwei Kontexten vor, Sterbende in einer Schiffbruchszene werden nackt dargestellt, um ihre Verletzlichkeit auszudrücken, und einige fast lebensgroße Abbildungen, die in besonderem Maße als Raumschmuck dienen, zeigen Nacktheit. 

Krieger tragen Schwert, Speer, Schild und einen Helm. Schwerter aus Bronze waren rar, teuer und nur wenig effektiv. Sie wurden als Stichwaffen getragen, jedoch nur selten im Kampf benutzt. Hauptwaffe war der Speer, der auch in der Jagd Anwendung fand.  

 Zwei Typen von Schilden sind aus der griechischen Bronzezeit bekannt, die Rechteckform und Schilde in Form einer Acht. Bilder beider Typen finden sich auf Darstellungen in Mykene. Nur der erste Typ wird in Akrotiri dargestellt.

Schiffe in Akrotiri

Für eine Seefahrts- und Handelskultur ist besonders charakteristisch, wie ihre Boote dargestellt werden. Die meisten Boote wurden mit Rudern angetrieben, Segel konnten nur selten den Antrieb unterstützen, da eine Fahrt nur vor dem Wind möglich war. Die auf den Fresken abgebildeten größeren Boote reichen von fünf bis 24 Rudern. Aufgrund der Perspektive muss dieselbe Anzahl auf der Gegenseite angenommen werden. Die Boote waren seegängig und konnten problemlos weiter entfernte Ziele ereichen. 

(Informationen:  u.a. Heidelberger Akademie der Wissenschaften)

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Santorini Thira Kykladen Griechenland * 2010*

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